Dünner Hefeteig mit ganz vielen Zwiebeln
Wenn im Herbst die ersten Flaschen Federweißer in den Läden stehen, bekomme ich jedes Jahr Lust auf Zwiebelkuchen. Und obwohl es Zwiebelkuchen heißt, wird der klassische Zwiebelkuchen in vielen Regionen traditionell mit einem herzhaften Hefeteig gebacken. Darauf kommen ganz viele gedünstete Zwiebeln, etwas Speck und ein Guss aus Ei, Sahne und Schmand.
Bei meinem Rezept ist der Hefeteig dabei wirklich nur die Grundlage. Ich rolle ihn sehr dünn aus und gebe dafür umso mehr Zwiebeln darauf. Auf gerade einmal 300 g Mehl kommen tatsächlich 1,5-1,8 kg Zwiebeln.
Das klingt erstmal nach sehr viel – passt nach dem Dünsten aber genau auf ein Backblech.
Dünner Hefeteig statt dickem Kuchenboden
Mir war bei diesem Rezept wichtig, dass der Teig nicht zu dick wird. Ich wollte einen sehr dünnen Boden, der die Zwiebeln trägt. Von der Teigdicke geht es deshalb ein bisschen in Richtung Flammkuchen.
Der Unterschied liegt natürlich im Belag und in der Zubereitung. Die Zwiebeln werden für den Zwiebelkuchen vorher langsam weich gedünstet und anschließend zusammen mit kurz angebratenem Speck auf dem Hefeteig verteilt. Darüber kommt ein Guss aus Eiern, Sahne und Schmand.
Dadurch bleibt der Boden relativ dünn, während der eigentliche Zwiebelbelag schön saftig wird.
1,8 kg Zwiebeln sind kein Tippfehler
Ich habe mich an die Zwiebelmenge beim Rezepttest rangetastet und bin schließlich auf eine recht hohen Zwiebelmenge von 1,5-1,8 kg für ein Blech gekommen. Beim Dünsten verlieren die Zwiebeln aber sehr viel Volumen, so dass es am Ende für mich das richtige Verhältnis ergibt: wenig Teig und wirklich viel Zwiebel.
Die Zwiebeln werden halbiert und dann in feine Ringe oder Streifen geschnitten und langsam in der Pfanne gedünstet. Sie sollen weich werden und dürfen dabei ruhig etwas Farbe bekommen.
Je nach Größe deiner Pfanne solltest du die Zwiebeln portionsweise dünsten. 1,8 kg auf einmal sind für die meisten Pfannen dann doch etwas viel
Mein Fazit
Leckere Kom,bination: Knuspriger Hefeteig mit saftigem Zwiebelbelg
Die Zutaten & Teigherstellung
Zutaten
Hefeteig:
300 g Weizenmehl Type 550
175 g Milch
5 g frische Hefe
30 g Butter
6 g Salz
Belag:
1,8 kg Zwiebeln
100 g geräucherter Speck
3 Eier
125 g Sahne
125 g Schmand oder Crème fraîche
schwarzer Pfeffer
etwas Salz
optional Kümmel
Die Menge reicht für ein normales Backblech oder zwei große Springformen.
Teig für den Zwiebelkuchen
Teig ansetzen
Die Hefe in der Milch auflösen und zusammen mit dem Mehl verkneten.
Anschließend Salz und die weiche Butter dazugeben und alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig kneten.
Den Teig abgedeckt bei Raumtemperatur etwa 3 Stunden gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat.
Zwiebeln und Speck vorbereiten
Die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Ringe oder Streifen schneiden.
Butter in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze langsam weich dünsten. Dabei immer wieder umrühren. Sie sollen deutlich zusammenfallen und dürfen ruhig leicht Farbe bekommen.
Bei 1,8 kg Zwiebeln arbeite ich lieber mit mehreren Portionen, damit die Zwiebeln tatsächlich dünsten und nicht einfach nur im eigenen Saft kochen.
Den Speck in feine Streifen schneiden, kurz auslassen und anschließend mit den Zwiebeln vermischen.
Die Zwiebel-Speck-Mischung etwas abkühlen lassen.
Die Zwiebeln kannst du übrigens auch schon am Vortag vorbereiten und anschließend abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren
Variationen & Alternativen
Springform: Aus dem Rezept kannst du statt eines Blechs auch zwei große Springformen backen. Für nur eine Springform einfach alle Zutaten halbieren.
Kümmel: Kümmel ist eine klassische Ergänzung zu Zwiebelkuchen. Ich habe meinen ohne gebacken. Wenn du Kümmel gerne magst, kannst du etwas davon in den Eier-Sahne-Guss geben.
Zwiebeln: Gelbe beziehungsweise braune Speisezwiebeln funktionieren sehr gut. Du kannst aber auch verschiedene Zwiebelsorten miteinander mischen.
Vorbereitung: Die Zwiebeln lassen sich problemlos einen Tag vorher dünsten. Vollständig abkühlen lassen und bis zum nächsten Tag abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Den Eier-Sahne-Guss würde ich erst direkt vor dem Backen zubereiten.
Meine Arbeitsmittel
Zwiebelkuchen belegen
Für zwei Springformen den Teig halbieren. Sonst den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche sehr dünn auf die Größe des Backblechs ausrollen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Dabei nur einen kleinen Rand formen.
Den Boden anschließend mehrfach mit einer Gabel einstechen.
Die gedünsteten Zwiebeln mit dem Speck gleichmäßig auf dem Teig verteilen.
Eier, Sahne und Schmand miteinander verrühren und mit Pfeffer und etwas Salz würzen. Beim Salz lieber vorsichtig sein, da der Speck bereits einiges mitbringt.
Den Guss anschließend langsam und gleichmäßig über den Zwiebeln verteilen. Er läuft dabei zwischen die einzelnen Zwiebeln und verbindet den Belag beim Backen.
Ich vermische den Guss vorher bewusst nicht mit den Zwiebeln, sondern gebe ihn erst auf dem Blech darüber.
Backen
Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Den Zwiebelkuchen etwa 35–40 Minuten backen, bis der Rand schön goldbraun und der Eier-Sahne-Guss vollständig gestockt ist. Wenn du die halbe Portion in einer Springform backst, reduziert sich die Backzeit etwas (ca. 5 Minuten weniger).
Nach dem Backen noch etwa 10 Minuten ruhen lassen und anschließend am besten warm servieren.
Und wenn gerade Federweißer-Saison ist, passt ein Glas Federweißer natürlich perfekt dazu.
Mehrere Bleche gleichzeitig backen
Wenn du gleich mehrere Zwiebelkuchen backen möchtest, kannst du auch Heißluft verwenden. Ich habe drei Bleche gleichzeitig bei 180 °C Heißluft gebacken. Je nach Backofen brauchen sie ungefähr 35–45 Minuten. Bei mehreren Blechen tausche ich während des Backens einmal die Positionen, damit sie möglichst gleichmäßig bräunen.
Klassischer Zwiebelkuchen mit dünnem Hefeteig, vielen Zwiebeln und Speck.
FAQ – Zwiebelkuchen mit Hefeteig
Sind 1,8 kg Zwiebeln nicht zu viel?
Nein. Die Menge bezieht sich auf die rohen Zwiebeln. Beim Dünsten verlieren sie sehr viel Volumen. Für ein Backblech mit dünnem Hefeboden ergibt die Menge eine üppige, saftige Zwiebelschicht.
Kann ich die Zwiebeln am Vortag vorbereiten?
Ja. Die Zwiebeln fertig dünsten, abkühlen lassen und anschließend abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Am nächsten Tag kannst du den Zwiebelkuchen dann fertig belegen und backen.
Muss Kümmel in den Zwiebelkuchen?
Nein. Kümmel wird traditionell häufig verwendet, ist aber kein Muss. Ich habe das Rezept ohne Kümmel gebacken.
Kann ich den Zwiebelkuchen in einer Springform backen?
Ja. Die angegebene Rezeptmenge reicht ungefähr für zwei große Springformen. Für eine Springform kannst du das Rezept halbieren.
Kann ich Zwiebelkuchen aufwärmen?
Ja. Reste kannst du im Kühlschrank aufbewahren und am nächsten Tag kurz im Backofen oder in einer Pfanne erwärmen. So wird auch der Boden wieder etwas knuspriger.
Was trinkt man zu Zwiebelkuchen?
Ganz klassisch wird Zwiebelkuchen im Herbst mit Federweißem beziehungsweise neuem Wein serviert. Natürlich schmeckt er aber auch ohne Wein.
Knuspriger Flammkuchen
Die schnelle Alternative zum Federweißer
Wenn es mal schneller gehen soll als beim Zwiebelkuchen, passt auch ein Flammkuchen wunderbar zu einem Glas Federweißer. Der Teig ist schnell gemacht, braucht nur eine kurze Ruhezeit und wird herrlich knusprig. Für etwas mehr Aroma kommt bei mir Weizen-Anstellgut mit in den Teig – eine schöne Möglichkeit, Sauerteigreste zu verwerten.
Belegen kannst du ihn ganz klassisch mit Speck und Zwiebeln, vegetarisch mit Gemüse oder mit Ziegenkäse und Honig.
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Zwiebelkuchen mit Hefeteig
JustBreadZutaten
Hefeteig
- 300 g Weizenmehl Type 550
- 175 g Milch
- 5 g frische Hefe
- 30 g Butter weich
- 6 g Salz
Belag
- 1,8 kg Zwiebeln
- 100 g geräucherter Speck
- 3 Eier
- 125 g Sahne
- 125 g Schmand oder Crème fraîche
- schwarzer Pfeffer
- Salz etwas
- Kümmel optional
Anleitungen
- Hefeteig zubereiten: Hefe in der Milch auflösen und mit dem Mehl verkneten. Salz und Butter zugeben und alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig kneten. Abgedeckt bei Raumtemperatur ca. 3 Stunden gehen lassen, bis sich das Volumen sichtbar vergrößert hat.
- Zwiebeln vorbereiten: Zwiebeln schälen und in feine Ringe oder Streifen schneiden. Butter in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebeln bei mittlerer Hitze portionsweise weich und leicht goldgelb dünsten. Speck klein schneiden, kurz auslassen und mit den Zwiebeln vermischen. Etwas abkühlen lassen.
- Zwiebelkuchen vorbereiten: Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Teig sehr dünn auf Blechgröße ausrollen, auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und einen kleinen Rand formen. Boden mehrfach mit einer Gabel einstechen.
- Belegen: Zwiebel-Speck-Mischung gleichmäßig auf dem Teig verteilen. Eier, Sahne und Schmand verrühren und mit Pfeffer und wenig Salz würzen. Den Guss gleichmäßig über die Zwiebeln gießen.
- Backen: Zwiebelkuchen bei 200 °C Ober-/Unterhitze ca. 35–40 Minuten goldbraun backen, bis der Guss vollständig gestockt ist. Vor dem Anschneiden etwa 10 Minuten ruhen lassen.
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Notizen

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Du backst das!
In meinem Buch zeige ich dir, wie du ganz unkompliziert & alltagstauglich leckeres Brot backen kannst. Mein Herzstück ist der BasisTeig, den du schon von meinem Blog kennst. Mit diesem einfachen Grundrezept kannst du nicht nur Brot, sondern auch Brotmahlzeiten, Beilagenbrote oder Frühstücksleckereien backen.
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