No Knead Topfbrot mit dem Kühlschrankteig
Rezepte

Der KühlschrankTeig – immer backbereit

Jederzeit backbereit, Basisteig hoch 3

Jederzeit ohne große Vorplanung und Vorbereitung im normalen Alltag ein frisches Brot backen zu können, wäre doch toll. Teig auf Vorrat – mit dem „Kühlschrank-Teig“ funktioniert das! Damit hast du bis zu drei Wochen (länger war er bei mir noch nicht im Kühlschrank) einen backfertigen Teig parat und kannst innerhalb kürzester Zeit eine frisches Brot backen. Voraussetzung sind eine große Schüssel mit Deckel und genügend Platz im Kühlschrank – mehr nicht … Schneller und einfacher geht es nicht!

Zutaten:
1200 g Wasser
6 g frische Hefe
1800 g  Mehl (550)
3 TL Salz

Arbeitsschritte:
Zuerst brauchst du eine große Schüssel oder eine Teigwanne, in der der Teig nach der „no need to knead Methode“ verarbeitet wird. Meine Küchenmaschine schafft maximal 1 KG Mehl, daher verarbeite ich diese große Menge nur nach dieser Methode. Zuerst Hefe (2 Gramm entsprechen ungefähr einer Haselnuss) und Wasser mischen und dann das Mehl und schließlich das Salz vermengen. 

Tipp: Wenn du die Schüssel/Teigwanne vorher ganz leicht einölst, kannst du den Teig später besser wieder aus der Schüssel lösen.

Nach dem Vermischen des Teiges lasse ich den Teig  für 1- 2 Stunden bei Zimmertemperatur angehen (anspringen) und stelle ihn dann abgedeckt in den Kühlschrank. 

So sieht der Teig nach einer Woche aus. Idealerweise faltet ihr den Teig wie oben auf dem Bild zu sehen zwischendurch mal direkt von allen Seiten zur Mitte in der Schüssel. Der Geschmack des Teiges/Brotes verändert sich im Laufe der Zeit, der Teig wird immer „würziger“ und bekommt langsam Sauerteigaromen.

Verarbeitung nach einer Woche:

Eine Woche hatte der Teig nun Zeit zu reifen und ich backe das erste Brot aus der großen Teigmenge. Dazu nehme ich ca. 1 KG Teig von der Gesamtmenge (3KG) ab und gebe den Teig vorsichtig auf eine bemehlte Arbeitsfläche. Dabei verteile ich das Mehl mit einem Metallschaber unter dem Teig. Dann wird der Teig mit den Händen oder mit Hilfe des Teigschabers von jeder Seite aus zur Mitte gefaltet:

Anschließend wird der Teig umgedreht und ruht ca. 30 Minuten. Dann wird er noch etwas rund geformt und ruht nochmals während der Aufwärmphase des Ofens. Damit er dabei seine Form nicht so leicht verliert, lege ich ihn auf ein Backpapier und dann in eine nicht viel größere Schüssel und decke ihn zum Ruhen ab. 

Backen
Der Ofen sollte mit einem Blech für das Brot und einem alten Blech/feuerfestem Gefäß für das Bedampfen mindestens 30-45 Minuten bei 250 Grad Ober- Unterhitze aufgeheizt werden. Alternative Backmethoden findest du in diesem Beitrag: BasisTeig Schritt für Schritt 

 

Nun wird der Teig mit Hilfe des Backpapiers aus der Schüssel auf die Brotschaufel gehoben und lässt sich so wunderbar, ohne zu „kleben“ auf das heiße Blech befördern (einschiessen). Nun das halbe Glas Wasser auf das alte Backblech/feuerfeste Gefäß gießen (Vorsicht!) und die Ofentür schnell schließen. Das Brot backt jetzt für 10 Minuten bei 250°. Dann wird die Ofentür zum Ablassen des „Restdampfes“ geöffnet (Vorsicht) und das Brot backt weitere 35 Minuten bei 230°, bis die Kruste schön braun ist:

Das Ergebnis ist ein wunderbar aromatisches, fluffiges Weißbrot, und das ging jetzt so schnell herzustellen! Vom Rausnehmen des Teiges bis zum fertigen Brot waren es gerade mal 1,5 Stunden!!! Einfacher geht es nicht, um frisches, köstliches Brot im Haus zu haben! 

Backergebnis nach zwei Wochen:

Ich habe nach zwei Wochen die Hälfte des Restteiges vorsichtig aus der Teigwanne genommen und wie oben gezeigt gefaltet und abgedeckt ca. 30 Minuten erwärmen lassen. Dann habe ich den Teig nochmals rund geformt und in dem für 45 Minuten aufgeheizten Ofen (250°) – in diesem Fall im mit aufgeheizten Topf – gebacken. Der Teig ist etwas weicher als der Teig nach einer Woche und hat schon leichte „Sauerteig-Aromen“. Das Backergebnis ist hervorragend: Das Brot geht toll auf und geschmacklich ist es noch viel differenzierter, als das Brot, das ich vor einer Woche gebacken haben. Die Kruste ist genauso, wie ich es mag und die Krume des Brotes ist schön elastisch mit toller Feuchtigkeit. 

Tipp: Du kannst den Teig vor dem Backen mit einem scharfen Messer einschneiden. Damit erreicht man, dass das Brot gezielter aufbricht. Man kann die Schnittführung auf dem rechten Bild noch erkennen.

Backergebnis nach 3 Wochen:

Jetzt wurde es spannend, würde der Teig auch noch nach 3 Wochen im Kühlschrank backbar sein und schmecken? Beim Öffnen der Teigwanne konnte man sehen, dass sich der Teig deutlich verändert hat und auch der Geruch hat sich deutlich mehr in Richtung Sauerteig verändert. Willst du deinen Teig nach drei Wochen bearbeiten, dann gib ihn vorsichtig auf die bemehlte Arbeitsfläche und falten ihn am besten mit einem Metallspatel* oder angefeuchteten Händen von jeder Seite aus einmal zur Mitte hin. Der Teig ist nach der langen Reifezeit deutlich weicher und damit etwas schwieriger zu verarbeiten. Zum Schluß einmal umdrehen und dann darf der Teig für 30 Minuten abgedeckt ruhen. 

Formen
Anschließend formen wir den Teigling wieder. Damit der Teig während der Ruhezeit, bis der Ofen aufgeheizt ist, nicht ganz seine Form verliert, habe ich ihn in ein gut bemehltes Gärkörbchen* gelegt. Alternativ kannst du eine nicht zu große Rührschüssel nehmen, lege den Teig vorher auf ein Backpapier und setzte ihn dann mit dem Backpapier in die Rührschüssel. So bleibt er in „Form“ und du kannst den Teig unbeschadet aus der Schüssel in den Ofen transportieren. 

Backen
Den Ofen 45 Minuten auf 250° aufheizen. Ich habe das Brot dann mit gusseisernem Topf* im 45 Minuten (bei 250°) Ofen gebacken. 30 Minuten mit Deckel und 15 Minuten bei 230° ohne Deckel. Alternative Backmöglichkeiten findest du hier: BasisTeig Schritt für Schritt

Geschmacklich war es eine Wucht – es wurde begeistert von allen Schleckermäulern der Familie gekostet! Es hatte eine tolle Porung und ein weiterer positiver Effekt der langen Reifezeit ist nicht nur der aromatischere Geschmack, sondern auch, dass das Brot eine feuchtere Krume hat und dadurch länger frisch bleibt. Die Backzeit muss ggf. um 5 Minuten verlängert werden. Das testet ihr am besten durch die Klopfprobe: Mit einem Fingerknochen auf den Brotboden klopfen – es muss sich hohl anhören.

Mit diesem Teig seid ihr also immer backbereit und könnt innerhalb kürzester Zeit ein frischgebackenes Brot aus dem Ofen zaubern!

Den Kühlschrankteig gibt es jetzt auch mit verschiedenen Mehlvarianten:

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11 Comments

  • I.V.

    Ein toller blog, ich bin begeistert! Ich backe oft Brote selbst und unsere Kinder lieben es. Der Kühlschrank-Teig ist das wonach ich immer gesucht habe! Werde mal direkt damit anfangen….

  • Emma

    Hallo, das hört sich ja toll an. Kann man das mit allen Sorten von Mehl machen?
    Zbs. Dinkel oder Mischbrote usw..

    Oder nur mit hellen Weizenmehl?
    Lg

    • Maike

      Hallo, ich habe bisher nur mit dem Weizenmehl 550 einen Teig so lange im Kühlschrank geführt. Sicher kann man mit allen Mehlsorten eine lange und kalte Teigführung – bis zu 48 Stunden – machen. Wie sich die anderen Mehlsorten aber bei einer so langen Teigführung (von mehr als einer Woche) verhalten, dazu habe ich keine Backerfahrung. Ein helles Dinkelmehl (630), sollte am ehesten geeignet sein. Ich werde das mal testen. LG

  • Andrea

    Ich möchte das Brot gerne mit Vollkornmehl backen. Gibt es mittlerweile Erfahrungen mit anderen Mehlsorten?
    Liebe Grüße

  • Barbara Baumer

    Der Teig ist genial!
    Habe schon mehrere Ansätze gemacht, Brötchen und Pizzen daraus gebacken.
    10-14 Tage Lagerung im Kühlschrank, der Teig wächst immer wieder nach – ich bin begeistert!
    Vielen Dank für das Rezept!

    • Maike

      Das freut mich sehr, vielen Dank! Ich habe gerade für den Kühlschrankteig verschiedene andere Mehlsorten getestet und bin gerade dabei den Beitrag fertig zu stellen, es gibt also ganz bald neue Kühlschrank-Teig-Rezepte!

    • Maike

      Ich habe gerade den Kühlschrankteig mit hellem und dunklem Dinkelmehl gestest. Es funktioniert sehr gut. Der Beitrag ist frisch online: Der Kühlschrnakteig wird variantenreich. Hier zeige ich alle Ergebnisse detailliert im Vergleich. Ich bin gespannt auf dein Backergebnis!

  • Joen

    Guten Tag Frau Namenlos !
    Sehr schön die Idee mit dem Kühlschrankteig.
    Wäre nur schön wenn es eine Druckversion geben würde. Der Browserausdruck verschluckt , nicht nur bei diesem Rezept einige Seiten.
    frdl. Joen

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